Sicherungssysteme

Montage, Wartung & Reparatur

Sicherungssysteme sind über größere Arbeitsbereiche laufende, permanente Anschlageinrichtungen.

Der Vorteil von Sicherungssystemen im Gegensatz zu einzelnen Anschlagpunkten liegt darin, dass der Anwender sich nur einmal anschlagen muss und dann permanent gesichert im gesamten Arbeitsbereich bewegen kann.

Je nach System können bis zu 4 Personen gleichzeitig gesichert werden.

Einsatzmöglichkeiten von Sicherungssystemen

Sicherungssysteme können als Auffang- oder Rückhaltesysteme im Bereichen von Industrie, Bau und öffentlichen Einrichtungen eingesetzt werden.

Einsatzorte sind u.a.:

  • Industriehallen
  • Produktionshallen
  • Lagerhallen
  • Krananlagen
  • Bushallen
  • Flugzeughallen
  • Wartungshallen
  • Schulen
  • Turnhallen

Arten von Sicherungssystemen

Bei Sicherungssystemen unterscheidet man folgende Arten:

  • Seilsicherungssysteme
  • Schienensicherungssysteme
  • Steigschutz
AERMAX Industriekletterer auf Steigleiter bei Höhenarbeiten am Messeturm München
AERMAX Industriekletterer bei Arbeiten am Messeturm München

1. Seilsicherungssysteme

Seilsicherungssysteme bieten eine durchgehende Möglichkeit der Absturzsicherung mittels eines Edelstahlseils, das über mehrere Anschlagpunkte verläuft.

Das System lässt sich durch Verbindungs- und Kurvenelemente flexibel an jede Gebäudestruktur anpassen und ist beliebig erweiterbar.

Einige Systeme enthalten einen Drahtseilgleiter, in den der Anwender seine Persönliche Schutzausrüstung anschlägt. Der Gleiter ermöglicht hürdenfreies Überfahren der Anschlagpunkte, ohne dass der Anwender sich immer wieder ab- und einhängen muss.

Pro & Contra von Seilsicherungssystemen

Vorteile:

  • Flexibel anpassbar, selbst bei Hindernissen und Kurven
  • Nahezu unbegrenzte Länge
  • Sichert einen größeren Arbeitsradius ab
  • Lässt sich mit verschiedenen Anschlageinrichtungen kombinieren
  • Auf nahezu jedem Untergrund montierbar, auch mittels Auflast
  • Permanente Installation ermöglicht sofortiges Arbeiten

Nachteil:

  • Benötigt mehr Wartung als temporäre Anschlageinrichtungen

Anwendungsbereiche

  • Fassaden
  • Wände
  • Decken, über Kopf
  • Profildächer, Flachdächer, Steildächer 

Technische Informationen

  • 6 mm oder 8 mm starkes Edelstahlseil
  • Mit überfahrbaren oder nicht überfahrbaren Edelstahlstützen
  • Quer- und Axialbelastung
  • Für die gleichzeitige Absturzsicherung von bis zu 4 Personen geeignet
  • Zertifiziert nach der Norm EN 795 und der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt)

Montage

Durch die flexible Kombination ist die Installation von Seilsicherungssystemen fast auf jedem Untergrund möglich: u.a. auf Beton, Stahl, Holz, Falzdach, Bitumen, Folie, Rippen- und Hohldecke, Leichtbeton, Trapezblech.

2. Schienensicherungssysteme

Ein weiteres permanentes Anschlagsystem ist das Schienensicherungssystem.

Es besteht aus Schienenkonstruktionen und darauf befestigten Gleitern. Die Rollengleiter lassen sich - selbst bei Befestigungen an Decken oder Fassaden - sehr leicht bewegen und ermöglichen eine durchgehende Absturzsicherung ohne dabei die Arbeitsbewegungen zu behindern.

Mittels eines Kurvenelements lassen sich die Schienen im 90° Winkel um die Kurve führen.

Diese hochwertigen Schienensysteme können bis zu 3 Personen gleichzeitig absichern.

Pro & Contra von Schienensicherungssystemen

Vorteile:

  • Hochwertige Materialien
  • Hält den härtesten Bedingungen stand
  • Ununterbrochene Sicherung entlang der Schienen ohne Wechsel von Anschlagpunkten
  • Optimal fürs ungehinderte Arbeiten an Fassaden oder bei Über-Kopf-Befestigungen
  • Einfache Montage

Nachteil:

  • Weniger flexibel bei der Planung in Kurven oder um die Hindernisse

Anwendungsbereiche

  • Schienen
  • Flachdach
  • Decke / über Kopf
  • Fassade
  • Wand

Technische Informationen

  • Aus beständigem Aluminium oder rostfreiem Edelstahl
  • Endterminal erlaubt einfaches Aufsetzen oder Abnehmen des Rollengleiters
  • Mit Verbindungselementen im 90° Winkelgrad, Sonderanfertigungen möglich
  • Quer- und Axialbelastung
  • Für die gleichzeitige Absturzsicherung von bis zu 3 Personen geeignet
  • Zertifiziert nach der Norm EN 795 und allgemeiner bauaufsichtlichen Zulassung (abZ)

Montage

Die Installation von Schienensicherungssystemen ist u.a. auf Beton und Stahlkonstruktionen möglich.

3. Steigschutz

An fest installierten Leitern, die zum Steigen in Höhen und Tiefen verwendet werden, dient der Steigschutz der Absturzsicherung.

Klassisch wird eine senkrecht installierte Steigleiter zum Auf- oder Abstieg verwendet.

Um die Absturzsicherung zu garantieren, wird ab einer Höhe von 2 bis 3 Metern meist ein durchgängiger Rückenschutz montiert. Dieser Steigschutz ist fest an der Steigleiter installiert, behindert den Anwender aber in seiner Bewegungsfreiheit.  

Für maximale Bewegungsfreiheit empfehlen wir alternativ eine Anschlageinrichtung für die Befestigung einer PSAgA.

Anwendungsbereiche

  • Masten
  • Schornsteine
  • Mobilfunkmasten
  • Windkraftmasten

Mitlaufende Auffanggeräte mit fester Führung

Die konventionelle Form der Absturzsicherung an Leitern ist ein mitlaufendes Auffanggerät mit fester Führung gemäß DIN EN 353-1. Der Anwender hängt sich zur Sicherung in eine Anschlagöse des Auffanggeräts ein. Entlang einer fest montierten Schiene oder einem neben der Leiter gespannten Stahlseil, bewegt sich das Auffanggerät bei allen Bewegungen in der Vertikalen mit.

Bei einem Sturz blockiert das Gerät umgehend und fängt den Anwender auf.

Mitlaufende Auffanggeräte mit beweglicher Führung

Eine alternative Absturzsicherung ist die durch ein mitlaufendes Auffanggerät an beweglicher Führung gemäß DIN EN 353-2. Allerdings wir diese Form des Steigschutzes meist nur für den temporären Einsatz angewendet. Das Auffanggerät ist in diesem Fall meist nicht an der Steigleiter vorinstalliert, sondern wird vom Anwender als Teil seiner PSAgA mitgebracht und dort befestigt.

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